Armut, Krankheit und Umweltzerstörung wahre "A c h s e des B ö s e n"
Das gesamte Leben auf dieser Erde wird dem Ziel der Maximierung der Kapitalakkumulation unterworfen.
Die dramatischen Folgen dieser Entwicklung sind die ständig fortschreitende systemische Verbreiterung der Kluft zwischen Arm und Reich, Ausschluss und Verarmung breiter Bevölkerungsschichten und verstärkte ökologische Zerstörung.
"Zustandbericht der Welt 2005" des Worldwatch- Instituts/ Ursachen für Gewalt werden auf gefährliche Weise vernachlässigt.
dpa W a s h i n g t o n.
Im weltweiten Anti- Terror- Krieg werden nach Überzeugung des amerikanischen Worldwatch- Instituts die Ursachen für die Gewalt auf gefährliche Weise vernachlässigt. "Armut, Krankheiten und Umweltzerstörung bilden die wahre Achse des Bösen“, sagte Worldwatch- Präsident Christopher Flavin in Washington bei Vorlage des "Zustandsberichts der Welt 2005“.
Flavin spielte auf eine Formulierung von US-Präsident George W. Bush an, der den Irak, Iran und Nordkorea 2002 als "Achse des Bösen" bezeichnet hatte, Globale Ungleichheit, Armut, Krankheiten, Umweltzerstörung und der wachsende Verteilungskampf um Rohstoffe wie Öl seien ein Nährboden für den Terror, analysiert das angesehene Umwelt- und Sozialforschungsinstitut.
"Weltweit werden im Jahr fast 1 Billion Dollar für Rüstung ausgegeben“, sagte einer der Autoren des Berichts, Michael Renner "Präventivstrategien im Sozial- und Umweltbereich kosten viel weniger.“ Es reiche schon aus, wenn 7,4 Prozent der Rüstungsbudgets der reichen Länder für Entwicklungshilfe abgezweigt würden.
Worldwatch zählt die Gefahren auf, die die Welt aus den Fugen geraten lassen. Die Abhängigkeit vorn Öl schüre Bürgerkriege und geopolitische Unsicherheiten.
Wasserknappheit zwinge viele Bauern in armen Ländern, ihre Felder zu verlassen und in Städte zu ziehen. Das bringe neue Verteilungskämpfe, die zu Bürgerkriegen führen könnten. Weltweit seien 434 Millionen Menschen von Wasserknappheit bedroht. Landflucht, Umweltzerstörung und Klimawandel könnten auch das Hungerproblem verschlimmern. Schon jetzt hätten mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit nicht genügend zu essen
Infektionskrankheiten seien wieder auf dem Vormarsch. Nach Angaben des Instituts sind in über 100 Entwicklungsländern mehr als 40 Prozent der Einwohner zwischen 15 und 29 Jahren alt. Für viele gebe es kein Auskommen. Weltweit seien 200 Millionen junge Leute nicht so beschäftigt, dass sie eine Familie ernähren können. Unzufriedenheit und Aussichtslosigkeit könnten diese Menschen in die Kriminalität oder in die Arme von Extremisten treiben.
Die Tsunami- Verwüstung sollte als Katalysator dienen, um die Diskussion über die wichtigsten Voraussetzungen für ein sicheres Leben in eine neue Richtung zu lenken“, forderte Renner. Das Institut rief die Regierungen auf, mehr in erneuerbare Energien, Gesundheitsprogramme, Umweltschutz, Bildung und Armutsbekämpfung zu investieren.
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